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Impressionen: Offene Ateliers / Bonner Kunstverein / Mai 2017
17. Mai 2017
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Malerei nach der Malerei, nach der Fotografie, nach dem Bild, nach der Digitalisierung. Avery Singer. Sailor im Kölnischen Kunstverein.
19. Mai 2017

Alle Augen nach Norden! 18. Skandinavische Filmtage Bonn

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Vom 18. bis zum 25. Mai 2017 finden die 18. Skandinavischen Filmtage in Bonn statt. Seit 1999 richtet die Kulturgruppe Skandinavische Filmtage der Universität Bonn das mehrtägige Filmfestival aus und präsentiert in Bonn aktuelle Filme aus Dänemark, Finnland, Island, Norwegen und Schweden. Kathrin Engelmann und Janina Leferink von Le Flash haben die Presseleiterin Annkathrin Hohl und die Leiterin der Filmlogistik Lena Busse vom Filmtage-Team zum Gespräch getroffen.
Le Flash: 7 abendfüllende Langfilme und 7 Kurzfilme am Kurzfilmabend als krönenden Abschluss erwarten die Besucher der diesjährigen Skandinavischen Filmtage in Bonn. Nach welchen Kriterien wählt Ihr die gezeigten Werke aus?

SF: Dieses Jahr haben wir knapp 40 Kurzfilme und 30 Langfilme gesichtet. Wir achten bei unserer Auswahl darauf den gesamten skandinavischen Raum sowie Finnland abzudecken – welches zwar offiziell nicht zu Skandinavien gezählt wird – für uns aber im Herzen dazugehört. Ein weiteres wichtiges Kriterium ist die Aktualität der Filme und eventuelle erhaltene Auszeichnungen der Produktionen.
Die Kurzfilme zeichnen sich dieses Jahr durch ein sehr gemischtes Programm aus: Wir zeigen sowohl ausgezeichnete Filme renommierter Regisseure, als auch Abschlussarbeiten von Studenten an Filmschulen. Das Besondere hierbei ist, dass auch junge Filmemacher die Chance haben sich einer breiteren Öffentlichkeit zu präsentieren. Insgesamt ist es uns auch ein wichtiges Anliegen mit unserer Filmauswahl ein gemischtes Publikum anzusprechen: Studenten wie Familien, unser Stammpublikum wie alle, die zum Ersten Mal die Skandinavischen Filmtage besuchen.

Le Flash: Welche Vorbereitungen sind im Vorfeld für das Filmfestival zu treffen und wie setzt sich das Filmtage-Team zusammen?

SF: Unser Team besteht derzeit aus 17 Personen, die sich in die drei Bereiche Filmlogistik, Presse und Sponsoren aufteilen. Dabei es ist durchaus nicht so, dass man unbedingt eine skandinavische Sprache beherrschen muss, um sich bei uns zu engagieren, viel wichtiger ist die Leidenschaft für Skandinavien und seine Filmkultur. Mit der Sichtung möglicher Filme beginnen wir bereits im Wintersemester und nehmen dann Kontakt zu den Instituten auf. Kurz vor Beginn ist besonders die Presseabteiltung gefragt, Pressemiteilungen und Flyer zu gestalten.
Da wir eine Non-Profit-Organisation sind ist auch der Kontakt zu unseren Sponsoren wie etwa der Stadt Bonn oder Filminstituten ein wichtiger Aspekt, denn ohne sie könnte das Festival nicht stattfinden.

Le Flash: Was kennzeichnet das diesjährige Programm der Skandinavischen Filmtage in Bonn?

SF: Wir sind mit der inhaltlichen Ausrichtung der Filme dieses Jahr sehr nah am aktuellen politischen Geschehen - wir haben etwa eine Produktion, die sich mit dem Phänomen Krieg auseinandersetzt, ein anderer Film nimmt die Genderfrage in den Fokus und der auf der Berlinale 2017 mit dem silbernen Bären für die beste Regie ausgezeichnete finnische Film Die andere Seite der Hoffnung (2017) behandelt die Flüchtingsthematik.
Le Flash: Welche Filme sind besondere Highlights für die Besucher und könnt Ihr einen persönlichen Lieblingsfilm benennen?

SF: Wir freuen uns sehr, dass der dänische Regisseur Frederik Barington, dessen mehrfach ausgezeichneter Film When the Sun Shines (2016) im Rahmen der Skandinavischen Filmtage Deutschlandpremiere feiert, unser Gast sein wird. Er wird im Anschluss an die Vorführung des Films dem Publikum für ein Question & Answer zur Verfügung stehen. Der Film ist uns auch deshalb ein Anliegen, weil er von dem jungen Krebspatienten Sofus und seiner Lebenswelt handelt. In Anlehnung an diesen berührenden Film haben wir dieses Jahr zudem eine Kooperation mit dem Förderkreis für Krebskranke Kinder und Jugendliche Bonn e.V., an den die Spenden für unsere Jutebeutel gehen.
Auch freuen wir uns im Vorfeld zu der Filmvorführung von Die andere Seite der Hoffnung (2017) im Rahmen einer Kooperation mit dem Cafe-Roller Bonn und der Deutsch-Finnischen Gesellschaft bei einer Fika (Kaffeepause) mit Kaffe und Zimtschnecken mit den Besuchern ins Gespräch zu kommen. Auch für Freunde des „alten Kinos“ ist der 35 mm-Film sicher ein Highlight!
Unsere persönlichen Lieblingsfilme sind Heartstone (2016) und Rosemari (2016). Heartstone ist ein sehr atmosphärischer isländischer Film, der in der Provinz Islands spielt und von zwei befreundet Jungen und der unerwiderten Liebe des einen zum anderen handelt. Es geht in diesem Film vor allem um Freundschaft, Akzeptanz und Identität. Den Film Rosemari konnten wir bereits im Rahmen der Nordischen Filmtage in Lübeck – unserem Vorbild aus dem Norden - erstmals sehen und sind sehr froh, ihn jetzt auch in Bonn zeigen zu können.

Die Filme werden im Originalton mit deutschen oder englischen Untertiteln im Kino in der Brotfabrik und im LVR-LandesMuseum Bonn gezeigt.
Zum Programm: http://skandinavische-filmtage.de/
Tickets sollten vorab online oder telefonisch reserviert werden: http://www.bonnerkinemathek.de/service/