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Franz Hohler (Hg.): 113 einseitige Geschichten

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Aus einem jahrelang zusammengetragenen Archiv kurzer Erzählungen unterschiedlicher Autoren hat Franz Hohler eine kurzweilige Auswahl in seinem 2016 erschienenen Buch 113 einseitige Geschichten veröffentlicht.
Das offensichtliche Auswahlkriterium dieser Geschichtensammlung scheint allein die Länge der ausgewählten Texte zu sein, die eine Druckseite nie überschreiten. Über diesen formalen Aspekt hinaus erweist sich die Textauswahl als äußerst vielseitig. In seinem schmalen Buch versammelt der Schweizer Kabarettist, Hörbuchsprecher und Autor Franz Hohler (*1943, Biel, Schweiz) Texte von Franz Kafka, Martin Walser, Marie Luise Kaschnitz über Heinrich von Kleist und Bertolt Brecht bis zu Ingeborg Bachmann und den Brüdern Grimm. Auch zwei eigene Kurzgeschichten bringt der Herausgeber in diesem Band unter.
Der Abwechslungsreichtum der ausgewählten Autoren setzt sich in der stilistischen und inhaltlichen Ausrichtung der präsentierten Erzählungen fort. Heitere, unheimliche, traurige, irritierende und kluge Geschichten wechseln sich von einer zur nächsten Seite ab. Die Reihenfolge der Geschichten scheint dabei weder einer chronologischen noch thematischen Ordnung zu folgen. Neben knappen Erzählungen von allseits bekannten Literaten und Literaturnobelpreisträgern wie Elias Canetti oder Imre Kertész besticht besonders die Geschichte des erst sieben jährigen Simon. Aus seiner Feder stammt die gerade einmal aus zwei Zeilen bestehende Erzählung Spielstand:
"Es steht 10 zu 1. Für beide."
Franz Hohler: 113 einseitige Geschichten, Btb Verlag, München 2016 ISBN: 978-3-442-75701-5 € 17,99 [D]