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Kunsthysterisches
16. Januar 2017
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Kunsthysterisches
2. Februar 2017

Feuer Frei!

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Im Trouble der Vernissage haben wir uns mit der Ausstellungsgruppe Bonn kurz über ihr aktuellstes Projekt #Feuer unterhalten.
Le Flash: Wie würdet ihr #Feuer kurz charakterisieren?

Ausstellungsgruppe Bonn: Wir haben uns bei #Feuer dazu entschlossen, den Begriff „Feuer“ durch zwei konträre Kernaspekte wiederzugeben: Seine zerstörende sowie schaffende Kraft. Daher finden sich in der Ausstellung Exponate, die etwa bei Kriegsbränden indirekt entstanden oder im Zug bestimmter Herstellungsmechanismen, die auf Feuer basieren, hergestellt worden sind.

Le Flash: Ihr bewerbt #Feuer als Teil einer Ausstellungsserie, was hat es damit auf sich?

Ausstellungsgruppe Bonn: Wir haben zunächst mit #Luft angefangen wo wir „Luft“ aus verschiedenen Situationen und Orten gesammelt haben. Daraus ergeben hat sich eine Art Elemente-Zyklus, der sich als Langzeitprojekt über insgesamt vier Semester erstreckt. #Luft, #Erde, aktuell #Feuer und im Frühling #Wasser.

#Luft war sehr reduziert, #Erde das komplette Gegenteil mit sehr vielen Exponaten aus ganz verschiedenen Bereichen. Neben Kunst oder Naturwissenschaften fanden sich auch Ansatzpunkte zu politischen Feldern, etwa wie der Staat im Grundgesetz „Erde“ definiert. Jetzt bei #Feuer stehen Keramiken, Gipse und dokumentarische Photographien im Fokus.

Le Flash: Wie ist die Ausstellung aufgebaut? Habt ihr euch einen Parcours ausgedacht oder kann der Besucher frei durch die Ausstellung schlendern?

Ausstellungsgruppe Bonn: Die Ausstellung lässt dem Besucher komplett freie Hand! Zudem dienen kurze Wandtext dem besseren Verständnis. Auf der Prunkseite des Foyers haben wir eine leichte Chronologie eingebaut. Dort befinden sich Exponate, die an verheerende Brandkatastrophen erinnern. Zwei Stiche, die uns das Beethovenhaus Bonn freundlicherweise zur Verfügung gestellt hat, zeigen die Schäden des Schlossbrandes von 1777. Des Weiteren zeigen großformatige Photographien das Ausmaß der Verwüstungen vom 18. Oktober 1944 im Zuge der englischen Bombardierungen Bonns während des zweiten Weltkrieges. Als aktuelles Beispiel mit kunstgeschichtlichem Bezug dient das Holzrelikt der Feuer Tragödie an der Glasgow School of Arts von Jahr 2014.

Le Flash: Wie stellt ihr euch die Vermittlung vor?

Ausstellungsgruppe Bonn: Wir haben zwei Kategorien, die sich im Idealfall von selber erschließen. Das eine sind Keramiken, die hauptsächlich in den Vitrinen oder auf Sockeln im Foyer stehen. Im Grunde Exponate, die geschaffen wurden durch Feuer. Auf der anderen Seite zeigen wir zerstörte Gipse aus den Beständen des Paul-Clemen-Museum. Diese Objekte, die im zweiten Weltkrieg zerstört worden sind, stehen für die zerstörerische Kraft des Feuers.

Le Flash: Wie möchtet ihr die besondere Situation einbringen das ihr hier, im Paul-Clemen-Museum in einem universitären Lehrgebäude ausstellt? Wünscht man sich als Ausstellungsgruppe das die Ausstellung auch in der Lehre mit einbezogen wird?

Ausstellungsgruppe Bonn: Natürlich wünschen wir uns, dass es mal zur Sprache kommt, gerade weil diese Exponate aus dem Paul-Clemen-Museum eben unsere eigene Geschichte wiederspiegeln.

Die Ausstellung kann noch bis zum 17. Februar im Paul-Clemen-Museum der Universität Bonn besichtigt werden. Der Eintritt ist wie immer frei!

Das Gespräch führten Kati Engelmann (Le Flash) und Viviane Wagner (Ausstellungsgruppe Bonn)